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Vergleichswertverfahren: Hauswert aus tatsächlichen Kaufpreisen

Das Vergleichswertverfahren ermittelt den Hauswert aus tatsächlich erzielten Kaufpreisen ähnlicher Objekte. Es ist die häufigste Methode bei Eigentumswohnungen und Reihenhäusern.

Veröffentlicht · Lesedauer ca. 5 Min.

Was ist das Vergleichswertverfahren?

Das Vergleichswertverfahren bestimmt den Wert einer Immobilie durch direkten Vergleich mit kürzlich verkauften ähnlichen Objekten in der gleichen oder vergleichbaren Lage. Der Median der Vergleichspreise wird mit Korrekturen für Abweichungen zum bewerteten Objekt versehen.

Die Methode ist gesetzlich in der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV § 24) geregelt und wird von Gutachterausschüssen, Banken und Sachverständigen genutzt.

Wann ist es die richtige Methode?

Das Verfahren funktioniert gut, wenn:

  • Ausreichend Vergleichsobjekte vorhanden sind (mindestens fünf, besser zehn).
  • Die Objekte strukturell vergleichbar sind (Eigentumswohnungen mit ähnlicher Wohnfläche, Reihenhäuser mit ähnlicher Baujahrgruppe).
  • Die Verkäufe aktuell sind (nicht älter als zwei Jahre).
  • Die Lage homogen ist (kein Bruch zwischen den Vergleichszonen).

Bei Spezialimmobilien (Architektenhäuser, denkmalgeschützte Objekte, sehr alte Bestandsimmobilien) stößt das Verfahren an Grenzen. Dann kommt das Sachwertverfahren zum Einsatz.

Schritt-für-Schritt

  1. Vergleichsobjekte sammeln: Mindestens fünf Verkäufe aus den letzten zwei Jahren in vergleichbarer Lage.
  2. Kaufpreise pro Quadratmeter berechnen: Einzelpreis durch Wohnfläche teilen.
  3. Lagefaktoren anpassen: Plus- oder Minus-Prozentsatz für Abweichungen (Stockwerk, Aussicht, Lärm).
  4. Zustandsfaktoren bewerten: Sanierungsstand, Modernisierungsbedarf.
  5. Mittelwert oder Median des bereinigten Quadratmeterpreises berechnen.
  6. Multiplizieren mit der Wohnfläche des bewerteten Objekts.

Beispiel: Wohnung in Berlin-Mitte

Drei Objekte aus 2024 und 2025, Eigentumswohnungen 60 bis 80 m²:

ObjektFlächePreis€/m²
A75 m²540.000 €7.200
B68 m²510.000 €7.500
C80 m²600.000 €7.500

Median: 7.500 €/m². Bei einer 70 m²-Wohnung in vergleichbarer Lage ergibt das einen geschätzten Verkehrswert von 525.000 €, vor Korrekturen.

Häufige Fehler

  • ❌ Zu alte Vergleichsobjekte (älter als zwei Jahre, der Markt hat sich verschoben).
  • ❌ Zu wenige Objekte (weniger als fünf, statistisch nicht belastbar).
  • ❌ Mischung verschiedener Bauweisen (Altbau und Neubau in einem Mittelwert).
  • ✅ Immer mindestens fünf, besser zehn aktuelle Vergleichsobjekte.

Datenzugang

Echte Vergleichsobjekte mit Adressen sind nur bei den Gutachterausschüssen einsehbar. Auszüge aus der Kaufpreissammlung sind oft kostenpflichtig.

Für eine erste Orientierung reichen die anonymisierten Daten der Bodenrichtwerte und des Häuserpreisindex (Destatis). Wir kombinieren diese öffentlichen Quellen für unsere kostenlose Preisspanne.

Häufige Fragen

Wann wird das Vergleichswertverfahren angewandt?
Vor allem bei Eigentumswohnungen, Reihenhäusern und unbebauten Grundstücken. Überall dort, wo ausreichend ähnliche Vergleichsobjekte verfügbar sind.
Wie viele Vergleichsobjekte braucht es?
Mindestens fünf, besser zehn oder mehr. Sie sollten in vergleichbarer Lage liegen und maximal zwei Jahre alt sein.
Wer hat Zugriff auf die Vergleichswerte?
Die Gutachterausschüsse führen Kaufpreissammlungen aus allen notariellen Kaufverträgen. Auszüge sind teils kostenpflichtig erhältlich.

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