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Maklerprovision in Deutschland 2026: Wer zahlt was?
Seit dem Bestellerprinzip-Gesetz teilen sich Käufer und Verkäufer die Maklerprovision in der Regel hälftig. Höhe, gesetzliche Regelung und Sonderfälle im Überblick.
Was ist die Maklerprovision?
Die Maklerprovision ist das Honorar, das ein Immobilienmakler für die erfolgreiche Vermittlung eines Kaufvertrags erhält. Sie ist gesetzlich in § 652 BGB geregelt und entsteht nur bei tatsächlich abgeschlossenem Verkauf, nicht bei reiner Besichtigung oder erfolgloser Vermittlung.
Höhe der Provision
Die Maklerprovision ist nicht gesetzlich gedeckelt. Üblich sind in Deutschland:
| Bundesland | Provision Käufer | Provision Verkäufer | Gesamt (inkl. 19 % MwSt.) |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg, Bayern | 3,57 % | 3,57 % | 7,14 % |
| Berlin, Hamburg | 3,57 % | 3,57 % | 7,14 % |
| Brandenburg | 3,57 % | 3,57 % | 7,14 % |
| Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt | 2,97 % | 2,97 % | 5,95 % |
| Hessen | 2,97 % | 2,97 % | 5,95 % |
| Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen | 2,97 % | 2,97 % | 5,95 % |
| Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland | 3,57 % | 3,57 % | 7,14 % |
| Schleswig-Holstein | 3,57 % | 3,57 % | 7,14 % |
Diese Sätze gelten als marktüblich, sind aber verhandelbar. Bei hochpreisigen Immobilien (ab etwa 1 Million Euro) ist es üblich, dass die Provision auf 4,76 Prozent oder weniger gesenkt wird.
Bestellerprinzip seit 2020
Mit dem Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser (in Kraft seit 23. Dezember 2020) gilt: Wer den Makler beauftragt, muss mindestens 50 Prozent der Provision selbst tragen. Eine vollständige Überwälzung auf den Käufer ist nicht mehr möglich.
Konkret bedeutet das:
- Verkäufer beauftragt den Makler: Beide Seiten zahlen je 50 Prozent
- Käufer beauftragt den Makler: Beide Seiten zahlen je 50 Prozent
- Gewerbliche Immobilien: Bestellerprinzip gilt nicht, freie Verhandlung
Wann wird die Provision fällig?
Die Maklerprovision wird mit Abschluss des notariellen Kaufvertrags fällig. Erste Anzahlungen, Reservierungsgebühren oder Anhandgaben sind nicht erlaubt. Eine Provision für den bloßen Nachweis (ohne Vertragsabschluss) ist nicht zulässig.
Steuerliche Behandlung
Für Privatpersonen ist die Maklerprovision beim Hauskauf nicht steuerlich absetzbar. Bei vermieteten Objekten zählt sie zu den Anschaffungsnebenkosten und wird zusammen mit dem Kaufpreis über die Nutzungsdauer abgeschrieben (in der Regel 50 Jahre, also 2 Prozent pro Jahr).
Beim Verkauf einer vermieteten Immobilie kann die Maklerprovision innerhalb der Spekulationsfrist als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Sonderfall: Hausverkauf in Eigenregie
Wer beim Verkauf keinen Makler beauftragt, spart die Provision. Allerdings:
- Vermarktung, Besichtigungen und Verhandlungen kosten Zeit
- Risiko, den Preis falsch anzusetzen (zu hoch: Ladenhüter, zu niedrig: Verlust)
- Käuferakquise meist langsamer als über etablierte Makler-Netzwerke
Eine ausführliche Abwägung finden Sie im Ratgeber Makler oder Privatverkauf.
Tipp für Eigentümer
Vor Beauftragung eines Maklers: Provisionssatz schriftlich vereinbaren. Bei mehreren Interessenten oder hochwertigen Objekten ist eine reduzierte Provision (3,5 statt 3,57 Prozent) oft verhandelbar. Auch eine Erfolgsstaffel (höhere Provision bei höherem Verkaufspreis) ist üblich und kann Anreize setzen, ohne das Verkäufer-Risiko zu erhöhen.
Bei MeinHauswert24 vermitteln wir Sie an einen lokalen Partner-Makler ohne vorab fällige Gebühren. Die Provision wird erst beim erfolgreichen Verkauf fällig, marktüblich und transparent.
Häufige Fragen
- Wie hoch ist die Maklerprovision in Deutschland?
- Üblich sind 5,95 Prozent bis 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Seit 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision in der Regel hälftig, also je 3,57 Prozent.
- Wer zahlt die Maklerprovision beim Hausverkauf?
- Bei privaten Wohnimmobilien teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision hälftig. Das Bestellerprinzip-Gesetz vom 23. Dezember 2020 verbietet es, dem Käufer einen höheren Anteil aufzubürden als dem Verkäufer.
- Wann wird die Maklerprovision fällig?
- Mit Abschluss des notariellen Kaufvertrags und Eintragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Vor diesem Zeitpunkt besteht keine Zahlungspflicht.
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